„Synonym für edelsüße Weine in höchster Vollendung.“

Der Seewinkel

Der "Seewinkel" im Burgenland ist ein etwa 20 km breiter Landstreifen entlang des Ostufers des Neusiedlersees, dem größten Steppensee Europas. Die schier endlose Ebene ist von zahlreichen kleinen und großen Lacken durchsetzt. Und hier liegen auch die Dörfer Illmitz, Apetlon und Podersdorf. Die Weite der Landschaft wird durch den für die pannonische Tiefebene so typischen Dunstnebel noch unterstrichen, der endlose Himmel ist selten blitzblau, meist ein wenig diesig.

Das Klima

Das pannonische, kontinentale Klima sorgt für heiße, trockene Sommer und sehr kalte Winter. Durch die weite Wasserfläche des Sees werden die Extreme der Witterung gemildert, dadurch entsteht ein ganz spezifisches Kleinklima, das von großer Bedeutung für den Weinbau ist. Durch die Verdunstung am See, durch die zahllosen Lacken und die feuchten Wiesen bildet sich im Herbst oft Abendnebel, der sich bis in den Vormittag des nächsten Tages hinein hält und dann von der kräftigen Herbstsonne aufgetrocknet wird. Dieser tägliche feucht-warme Witterungswechsel ist Voraussetzung für die wunderbare Botrytis cinerea, die hier am Neusiedlersee fast jährlich auftritt und für phantastische Süßweine wie Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen sorgt.

Die Weingärten

Die Weingärten des Weinlaubenhofes liegen zwischen Illmitz und dem Ufer des Neusiedlersees. Für das ungeschulte Auge präsentiert sich die Gegend völlig flach, doch wer genau schaut, erkennt „Berge": Geländewellen von ein bis eineinhalb Metern Höhe, die wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Trauben und vor allem auf die Qualität der Botrytis haben. Die Rebanlagen sind in hoher Pflanzdichte bestockt, um die Rebstöcke zu „stressen" und damit geringere Menge mit mehr Konzentration in den Trauben zu ernten. Traditionelle Rebsorten sind der Welschriesling, Chardonnay, Traminer, Muskat Ottonel sowie auch Scheurebe.

Die Vinifikation

Im Weinlaubenhof werden die Süßweine in zwei Ausbaustilistiken vinifiziert.

Der klassische Süßwein der Region wird in Edelstahltanks oder großen Holzfässern vergoren. Bei diesen Weinen konzentriert sich Gerhard Kracher auf die Frische und Frucht, und sie tragen das Etikett „Zwischen den Seen", um die Herkunft aus dem Seewinkel zu unterstreichen.

Im Gegensatz dazu werden „Nouvelle Vague"-Weine in neuen Barriques vinifiziert. In beiden Fällen handelt es sich zumeist um reinsortige Weine.

Die Etiketten

Die besten Weine aus dem Weinlaubenhof tragen ein goldenes Etikett. Die Trauben werden in vielen kleinen Chargen geerntet und vinifiziert, und sie sollen ihre individuellen Persönlichkeiten bis in die Flasche einzeln erhalten. Um diese Differenzierung nachvollziehbar zu machen, hat Alois Kracher ein für Österreich revolutionäres System eingeführt: Die Trockenbeerenauslesen werden nummeriert. So entstanden etwa im Jahrgang 1995 fünfzehn verschiedene Trockenbeerenauslesen, vier davon alleine von der Sorte Welschriesling.

Je dichter ein Wein, umso höher seine Nummer. Parallel dazu steigt auch die Zahl der Jahre bis zum Höhepunkt seiner Trinkreife. Innerhalb dieser Riege trägt jener Wein, der nach dem Gefühl des Weinmachers eine perfekte Balance zwischen Dichte und Finesse aufweist die Bezeichnung "Grande Cuvée".

Die Geschichte

1981 hatte Alois Kracher im Familienweingut die Vinifizierung von seinem Vater übernommen und seine Kostbarkeiten zunächst im Nebenberuf produziert. Damals wurde er noch von vielen für seine Starrköpfigkeit belächelt, mit der er immer wieder behauptete, die Seewinkel-Weine könnten zur absoluten Weltspitze im Süßweinbereich gehören.

Ende der 80er Jahre kam es dann zu einer ersten Anerkennungsphase für österreichische Süßweine im Inland. 1991 schließlich war einer der größten Süßweinjahrgänge dieses Jahrhunderts, und mit dieser Serie gelang Alois Kracher der endgültige Durchbruch. Auch und vor allem im Ausland. Im Herbst 1991 hängte Alois Kracher (Jahrgang 1959) seinen Job an den Nagel und widmete sich nunmehr ausschließlich der Produktion und Vermarktung seiner Weine.

       Alois Kracher, der trotz der zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen (zu seinen größten Erfolgen zählten der Titel "Wine Maker of the Year", der ihm vom Wine Magazine in den Jahren 1994, 1997, 1998, 2000, 2001, 2006 und posthum 2008 verliehen wurde, sowie die Len Evans Trophy in den Jahren 2001 und 2006 für konstante Höchstleistungen über einen Zeitraum von fünf Jahren) Realist geblieben ist, war überzeugt davon, dass er viel Glück hatte.

       Einerseits durfte er auf das Können und die Vorarbeit seines Vaters aufbauen, andererseits war das internationale Interesse an hochqualitativen Süßweinen noch nie so groß wie ab den späten 90er Jahren.

Alois Kracher, der im Dezember 2007 nach schwerer Krankheit verstorben ist, wird allen Menschen, die ihn kennenlernen durften, als unermüdlicher und wichtigster Botschafter für den Österreichischen Wein in Erinnerung bleiben.

Gerhard Kracher

1981, im selben Jahr also, als Alois Kracher gerade die Vinifizierung von seinem Vater übernommen hatte, wurde mit Gerhard Kracher bereits die nächste vielversprechende Generation der burgenländischen Winzerfamilie geboren.

Nach einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung begann Gerhard aktiv im Weingut mitzuarbeiten, viele Kontakte zu knüpfen, und seine eigenen Ideen und Vorstellungen einzubringen und umzusetzen.

Gemeinsam mit seinem Vater hat er den Umbau des Weingutes geplant und durchgeführt, Schritt für Schritt übernahm er die Verantwortung in einzelnen Märkten, repräsentierte das Weingut auf diversen Veranstaltungen weltweit und sammelte wichtige Erfahrungen beim Distributionspartner in den USA.

Die guten Kontakte seines Vaters Alois haben wesentlich dazu beigetragen, in der Weinszene rasch die richtigen Ansprechpartner zu finden, internationale Luft zu atmen und die aktuellen Trends der Weinbereitung und des Weinmarketings kennen zu lernen. So konnte sich Gerhard Kracher sehr rasch ein fundiertes Weinwissen aneignen und fand Gelegenheit, seinen Gaumen zu schulen und unterschiedlichste Weine und Weinstile zu degustieren und unterscheiden zu lernen.

Heute leitet er das Weingut mit Unterstützung seiner Lebensgefährtin Yvonne und seiner Mutter Michaela.

Der Name Kracher steht nicht mehr nur für Süßwein allein. Zusammen mit befreundeten Herstellern hat Alois Kracher eine ganze Reihe von Produkten des gehobenen Genusses geschaffen. Gerhard Kracher führt diese erfolgreichen Kooperationen fort. Es ist ein spannendes Erbe, das der 30-Jährige weiterträgt.

Dazu zählen nicht nur ein weltberühmtes Weingut, gesuchte Weine mit Topratings und die Verantwortung, dies fortzuführen, sondern auch der Spirit, die Stärke, der unbeugsame Wille und die Konsequenz, die Gerhard von seinem berühmten Vater übernommen hat.

Und der Erfolg gibt ihm Recht: Gerhard Kracher wurde bei der International Wine Challenge in London 2009 zum „Sweet Winemaker oft the Year" gekürt. Alle 14 eingereichten Weine wurden mit Medaillen ausgezeichnet.

 

WEINGUT KRACHER

Apetlonerstraße 37

A-7142 Illmitz

Tel: +43 (0) 2175 3377

www.kracher.at

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